Wahl in Frankreich

Am Sonntag wurde in Frankreich mit Wahlcomputern gewählt. Wie erwartet und wie überall sonst auch, eine totale Katastrophe… nur im Gegensatz zu so vielen anderen Ländern gehen die Franzosen wegen der Wahlcomputer auf die Straße, klagen vor Gericht und regen sich tierisch auf. Warum juckt es eigentlich bei uns mal wieder niemanden?
(also nich, wenn in Frankreich nichts funktioniert, sondern wenn bei uns gewählt wird)

Für Links isses schon zu spät ;-)

da: „Elektronische Wahlmaschinen sorgen für Verdruss in Frankreich“ (Heise)

Kann man sich auch vorlesen lassen, SUPER!

9 Gedanken zu „Wahl in Frankreich

  1. Wahlcomputer sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sei, wir leben schliesslich im Medienzeitalter, sich generell über deren Einsatz aufzuregen halte ich für fortschrittsfeindlich. Etwas anderes ist es, wenn die Programme und die Handhabung stümperhaft sind, dafür erhalten die Verantwortlichen dann zu recht deftige Schelte.

  2. Den Großteil der Wahlcomputer-Kritiker kann man nun wirklich nicht als fortschrittsfeindlich bezeichnen, im Gegenteil. Aber es gibt Dinge, die werden nicht besser, wenn man sie technisiert. Dazu gehören Sex, Körperbräune und Wahlen. Was habe ich gewonnen, wenn ich Computer für Wahlen benutze? Dass die Ergebnisse um 20:05 verkündet werden können statt um 22:00? Bei ner Amtszeit von 4 Jahren sind das 0,005% der Amtszeit an Geschwindigkeitsgewinn. Rechtfertigt das den Mangel an Transparenz, die Gefahr von falschen Stimmen durch Unverständnis des Wählenden oder gar die Gefahr der wirklich leicht durchführbaren Manipulation der Geräte? Ich finde nein.

  3. Die raschere Bekanntgabe des Wahlergebnisses ist nur einer und zwar geringer Vorteil von mehreren anderen, die beim Einsatz von Wahlmaschinen zustande kommen. Ganz wichtig ist, dass viele, viele Stimmzähler entbehrlich werden, diese kosten kein Geld mehr, vor allem aber sind sie eine ganz große Fehlerquelle (bewusst oder unbewusst).

  4. puhh… oba, ich hoffe Du hast Dich mal ein bißchen durch meine Kategorie „Wahlcomputer“ geklickt….

    Und das Kosten-Argument ist ganz leicht zu wiederlegen:

    1. Wahlhelfer sind Freiwillige, die nichts oder kaum was kosten (habe in Süddeutschland vor Jahren mal 50dm bekommen)
    2. die „Ober-Wahlhelfer“ sind meist Beamte, die den normalen Lohn bekommen (und auf diese kann man eh auch mit Wahlcomputern nicht verzichten)
    3. Computer sind nicht billig und müssen regelmäßig gewartet werden
    4. sie müssen (!) während der 4 Jahre dazwischen aufwändig bewacht werden
    5. Man braucht Spezialisten, die die PC vor- und nachbereiten.

    ALSO: => Personalaufwand wird nur verschoben.

    (ach, und ich finde den Link leider nicht, aber in Holland, die ja schon ne Zeitlang flächendeckend mit Computern wählten (inzwischen aber nicht mehr, weil es zu viele Probleme gab) gibt es inzwischen Langzeitstudien, die ganz klar beweisen, dass das Wählen mit Computern sogar teurer ist!)

    Du kannst gerne weiter Argumente für Wahlcomputer bringen, ich werde sie alle wiederlegen können. (außer das leidige Geschwindigkeits Argument, klar, Ergebnisse um 18:01 Uhr kann wirklich nur ein Computer liefern. Aber sind diese Hochrechnungsstunden nicht auch irgendwie toll? – außerdem wiegt es auf keinen Fall mit all den Gegenargumenten auf)

    Fakt ist nämlich: es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund für Wahlcomputer. Wer gut informiert aber weiterhin für Wahlcomputer, der ist gegen die Demokratie. Finde ich.

  5. Die Franzosen in Deutschland haben gegen SARKOZY gewählt (in Prozent)

    Ségolène Royal 37,44
    François BAYROU 27,07
    ___________________
    Nicolas Sarkozy 25,44
    Dominique Voynet 2,94
    Jean-Marie Le Pen 2,30
    José Bové 1,43
    Olivier Besancenot 1,13
    Philippe de Villiers 0,79
    Marie-George Buffet 0,67
    Arlette Laguiller 0,57
    Gérard Schivardi 0,11
    Frédéric Nihous 0,12

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