Stasi 2.0

heute sind wir wieder ein Stück näher gerückt… Sicherheit über alles.

Was heute schonmal ne Runde weitergekommen ist, ist folgendes:

Übersetzt in die Sphäre der direkten, persönlichen Beziehungen und Gespräche, die für jeden zum Alltag gehören, würde die „Vorratsdatenspeicherung“ bildlich so aussehen, dass immer dann, wenn Du zum Beispiel mit anderen Personen in Cafes, auf dem Marktplatz oder zu Veranstaltungen zusammentriffst, um zu plaudern oder Dich auszutauschen, ein Polizist wie der „Teufel aus der Box“ vorspringt und sich automatisch und unsichtbar Deinen Namen und die Namen aller Leute, mit denen Du gerade sprichst oder die zufällig um Dich herumstehen, die Dauer Eures Zusammentreffens, den Namen von Straßen und Plätzen, an denen Ihr zusammentrefft und die Personalien Eures Personalausweises in ein großes, dickes Notizbuch notiert.

(schreibt Rabenhorst)

außerdem soll mal eben die Unschuldsvermutung außgehebelt werden… also nix mehr von wegen im Zweifel für den Angeklagten…

Leute, werdet mal wach. Es kann wirklich keiner mehr sagen, er hätte davon nichts gewusst. Schaut Euch einfach um. Vergleicht mal, heute und vor 10; heute und vor 20 Jahren….

Die folgenden Bilder vergleichen mal nur die letzten 5 Jahre:

das erste Bild ist Teil der offiziellen Kampagne des Bundestages 2002….

und um es mit Fefes Worten auszudrücken:

Nicht zu fassen. Die VERSUCHEN nicht mal, uns zu verarschen

Die Welt

Irgendwie weiß ich selbst nicht, was passiert. Aber alles passiert verdammt schnell.
Ich war am Samstag in Frankfurt, weil ich keine Lust habe, irgendwann zu Kindern und Kindeskindern sagen zu müssen „aber ich habe doch davon nichts gewusst!“ – und Du, werter Leser dieses Blogs, auch Du wirst niemals behaupten können, Du hättest von nichts gewusst. Auch wenn ich heute besser nachvollziehen kann, was damals abging, so haben wir heute ganz andere Mittel. Man muss sich heute nicht mehr auf dem Dachboden verstecken und Türen und Fenster bewachen, um das feindliche Radio zu hören. Zum Glück. Aber manchmal frage ich mich, wie lange noch?
Wie lange werden wir noch so frei sein, frei zu tun, und zu lassen, was wir wollen?
Wer mich kennt, der weiß, dass es mir verdammt wichtig ist, genau das zu tun, was ich will. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich Dinge, die mir verdammt wichtig sind, auch durchsetze. Und wenn ich etwas will, dann kriege ich es auch. Nicht immer, aber fast ;-)

Somit verkünde ich:
Ich will, dass das aufhört.
Was?
Na, alles, was schlecht ist.
Ich will, das die Menschen lieb zueinander sind. Ich will dass die Sonne scheint, und ich will auch in den Gesichtern das Strahlen sehn.
Ich weiß noch nicht, wie ich das anstellen kann. Aber ich werde es weiter versuchen.

Deswegen erzähle ich Euch heute kurz von der Vorratsdatenspeicherung. Die ist nämlich schlecht. Ich weiß, manche werden sagen „aber denkt doch an die Kinder“ – und andere sagen „und die bösen Terroristen“ und die allerdümmsten, die werden sagen: „ich hab doch nichts zu verbergen„. Ich frage mich dann immer, ob diese Leute wohl zuhause keine Vorhänge an den Fenstern haben? Und ich muss dann immer an die Szene in Brazil denken, als eine Fliege in die Schreibmaschine fliegt, und mal eben aus einem Haftbefehl des Herrn Tuttle einen Haftbefehl des Herrn Buttle macht. Herr Buttle wird abgeführt und ward nie wieder gesehn. Ich habe keine Lust in einem Staat zu leben, an dem es an meiner Tür klopft, ein Packen Polizisten dasteht die mir sagen: „wir sind hier, na, keine Ahnung, weil der Computer des halt gesagt hat“. Vor allem habe ich keine Lust in einer Welt zu leben, in dem ich nie weiß, ob, egal was ich tue, in irgendeiner Weise auf mich zurückfallen wird. Verdammt noch mal, wir sind jung, wir müssen Scheiße bauen, und diese Scheiße muss dann aber auch wieder vergessen werden. Ich will weiter bei rot über die Ampel gehen und ich will auch wieder mit dem geilen Auto auf der Landstraße 130 fahren. Ich will sagen, schreiben und denken wozu ich Lust habe, und verdammt nochmal, ich will einfach tun, was ich will. Ich bin kein böser Mensch, und ich tue keine bösen Dinge, ich führe nichts im Schilde und trotzdem habe ich verdammt viel zu verbergen. Weil ich einfach nicht will, das irgendjemand alles über mich weiß. Weil ich ich bin. Weil ich ich bleiben will.

Warum schreibe ich das?
Weil am Mittwoch wieder eines der Symptome unserer Krankheit „die Welt ändert sich zu schnell und das System kommt nicht hinterher“ ein weiteres mal ausbricht. Dieses Symptom, dass sich ausbreiten wird, dass jucken wird wie Windpocken, das heißt Vorratsdatenspeicherung. Und wenn es sich dann ordentlich ausgebreitet hat, und die ersten Pocken aufgekratzt sind und bluten, dann heißt das Überwachungsstaat. Vor allem heißt das, dass keiner von uns mehr tun kann, was er will. Denn bei jedem Schritt, wird er sich überlegen müssen, ob dieser in Ordnung ist. Und im Zweifel wird man es bleiben lassen. Und genau dann, dann ist es vorbei. Ich verstehe es nicht.

Fakten gibts hier. Sorry für den Schwall. Aber mir ist das verdammt wichtig.

schock

dabei war es so nett.

„Ich fühle mich so leer wie schon lange nicht mehr.“

Tim wurde im Anschluss der re:publica sein komplettes Equipment geklaut. Rechner, Podcastkrams und alles was dazugehört sind weg.

Nahezu die gesamte digitale Arbeit der letzten zehn Jahre ist vernichtet.

ich glaube natürlich mal wieder naiv an das Gute, und denke, dass wenn derjenige seinen Rausch ausgeschlafen hat und die Hemmung überwunden hat, alles wieder zurückgibt. Tim würde den Geld-Wert auch zahlen.

Wenn es ein „Privat-Raum“ war, dann können da nur Leute Zugang gehabt haben, die ideel und/oder wirtschaftlich mit dem newthinking store und/oder der re:publica verbunden sind, und die somit genau wissen sollten, was sowas bedeuten kann.

Bin geschockt und drücke die Daumen. Außerdem spende ich somit wohl gerne für weitere Chaosradio-Podcasts: Du auch?

live

(von der re:publica)

so. Heute morgen wie immer zu spät gewesen, leider die Eröffnung genau verpasst.
Inzwischen bin ich bei der Podiumsdiskussion – bisher haben sich nur die Leute vorgestellt, und outen sich schonmal als total Netz-Abhängig. Beruflich wie privat. Ansonsten plätschert die Diskussion, ich bekomme nicht alles mit. Freue mich lieber an allem anderem.

An der Wand ist so ne Shoutbox, dort kann man per sms Mitteilungen an alle schicken.

Und noch lustiger ist unser IRC-Channel, wir leben hier mit dieser Shoutbox, den vielen Bloggern und dem Chat live die Netzkultur. Langsam finden sich Gesichter zu den Nicks ausm Chat und die online-Welt verschwimmt mit der offline-Welt.

Einige sitzen beieinander und freuen sich wie die Kinder (ich zumindest, das Kind, wie gewohnt) über diese ungewöhnliche Situation. Man spricht miteinander online, und interagiert gleichzeitig auch offline. Faszinierend!

Links gibts vielleicht später. Vielleicht auch nicht.

usenet – blogs

ein Ding ist ja die unterschiedliche Diskussionstruktur bei gleicher Diskussionskultur, auf die ich jetzt gar nich näher eingehen will. (eigenes Thema)

An was ich aber spontan bei dieser Diskussion denken musste, ist dieses Ding mit der Anonymität. Im Usenet gab es ja diese unsägliche Real-Name Dskussion. Schlimm. Genug Kinder/Newbies haben sich ersteinmal daran gehalten. Egal was „der Gegenüber“ über sich behauptete, man musste ihm glauben und vertrauen. Einerseits schön; naiv und idealistisch (so hat es be. ja gern :-)) andererseits finde ich es aber bei den Weblogs unglaublich praktisch, dass man sich (meist), mit einem Klick auf den Namen eines Kommentators, ein Bild von diesem machen kann. Wenn man dann will.

Wenn man jetzt mal blogs und usenet zusammenschütten würde, und von beiden das beste kombinieren würde… ach… dann könnte in den Blogs auch endlich mal gescheit diskutiert werden…