ok – erstmal kein Bundestrojaner –

es geht doch. Manchmal.

Andreas schreibt:

Herzlichen Dank an das BGH für diesen Realitätsabgleich.

Dem schließe ich mich an.

Heise: Heimliche Online-Durchsuchungen sind unzulässig
Spiegel: Gericht verbietet staatliche PC-Spionage
Und Mellowbox hat noch viel mehr Links; er weißt uns außerdem daraufhin, dass es eigentlich nichts zu feiern gibt.

Diesen Realitätsabgeleich wünschte ich mir auch bei der geplanten Vorratsdatenspeicherung.

viel lernen in 4 Minuten

sowas ähnliches wollte ich auch irgendwie sagen.
(Habe das Video aber auch erst heute gefunden, via Mediascapes)

Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us


(youtubedirekt)

Wesh [Michael Wesch – Assistant Professor of Cultural Anthropology] konzentriert sich hier auf die Positives rund um den “connecting people”-Aspekt, was für das ethnologische Zielpublikum auch so gerechtfertigt ist, denn hier liegt durchaus eine Chance auf mehr Öffentlichkeit und neue, spannende Forschungsfelder.

Orginal website:

http://mediatedcultures.net/ksudigg/

Digital ethnography – a working group of Kansas State University students and faculty dedicated to exploring and extending the possibilities of digital ethnography.

Das Internet

Zwei Dinge vorneweg:
1. den folgenden Artikel kann man sich auch vorlesen lassen:
Als mp3 oder im freien ogg-Format (Frei, wie in Freiheit; nicht nur wie in Freibier :-)
[bessere Aufnahme wird evtl noch folgen, fürs erste direkt mit einem integrierten Laptop-Mikro aufgenommen – ach, und danke an Drone Zone von Soma.fm für die strange Hintergrund (=Lüfter-Überdeckungs-) Musik ;-)]

2. Ich hoffe, es ist mir gelungen, die wichtigen Schritte verständlich darzulegen, ohne dabei zu sehr zu vereinfachen. (Ja, für diejenigen die sich besser auskennen, es ist teilweise vielleicht etwas zu sehr vereinfacht? Aber es hält sich im Rahmen?)

Kritik erwünscht!

It just happened…

Es beginnt in Misstrauen und Neid.
1957 schicken die Russen den ersten Satelliten ins All: die USA müssen auf den „Sputnik-Schock“ reagieren. Entgegen vieler anderer Gerüchte ging es bei den ersten Gedanken nicht darum, ein dezentrales Datennetzwerk zu erschaffen, das z. B. einen Atomangriff übersteht, nein, es ging schlicht und ergreifend darum, besser zu sein.

Es dauerte aber ein paar Jahre, bis 1965 zum ersten mal zwei Computer verbunden wurden. Die Legende erzählt, dass die Beteiligten die Buchstabenfolge „LOGIN“ übermitteln wollten. Gleichzeitig waren sie per Telefon verbunden:

„Seht ihr das L?“
„Ja, wir sehen das L“
„Okay, jetzt das O“
„Ja, das O ist da“

beim G stürzte dann das System ab.

Wann nun genau die Geburtsstunde des Internets festzulegen ist, scheint eine Glaubensfrage zu sein. Fakt ist aber, dass 1969 vier Computer zu einem Netzwerk verbunden wurden. Ebenfalls Fakt ist, dass das Internet militärischen Ursprungs ist, wobei man hier genau unterscheiden sollte. Denn es kam zwar das Geld aus dem militärischen Bereich, aber die Forscher waren natürlich aus der Wissenschaft und blieben auch dort – interessanterweise wurden sie von ihren militärischen Auftraggebern nicht zur Geheimhaltung verpflichtet, sondern sie wurden sogar ermutigt, ihre Forschungsergebnisse zu teilen – bemerkenswert! Somit war das entstehende, militärische Netz immer auch ein Netz der Wissenschaftler. Das Militär erkannte, dass sie das neue Netzwerk nicht für sich allein beanspruchen konnten und spalteten so Anfang der 80er das entstandene
Arpanet in das Milnet, das weiter für militärische Zwecke genutzt wurde, und das Arpa-Internet, das nun den Wissenschaftlern gehörte.

Eine Anwendung der ersten Stunde war neben dem File Transfer Protokoll (FTP), für die Übertragung von Dateien, vor allem eMail. Diese Möglichkeit, Nachrichten von einem zum anderen Computer zu verschicken und die daraus resultierende unkomplizierte Art der Kommunikation, verschafft dem keimenden Netz den ersten Durchbruch. Ende der 70er gibt es den ersten Beweis für die funktionierende Eigenregulierung durch die Nutzer: In der Debatte, welches Internetprotokoll (also die technische Grundlage zur Übertragung von Daten) sich als Standard durchsetzen wird, greifen die Teilnehmer einfach zum geeignetesten; neben großen Firmen wie IBM oder XEROX versuchen auch Regierungen vergeblich, ihre eigenen Protokolle durchzusetzen. Auf dem daraus entstandenen Transmission Control Protocol (TCP/IP) basiert das Internet bis heute. Zur gleichen Zeit wird der entstandene Raum, der Cyberspace (also der „Raum zwischen den Telefonen“) zum ersten mal wirklich angeeignet – die Menschen richten sich eMail Listen ein und erschaffen damit Räume, in denen einfach „geplappert“ werden kann. Seit Mitte der 70er haben auch Nichtmilitärs bzw. Nichtakademiker auf das Netz Zugriff, nicht zuletzt dank der Entstehung von freien Betriebsystemen (frei nicht nur im Sinne von Freibier, sondern frei wie in Freiheit – also im Sinne von freiem, offenen Quell-Code; d. h. wer sich etwas auskennt, kann das jeweilige Programm, in diesem Fall das Betriebssystem, nach Belieben modifizieren, also es sich aneignen und danach völlig frei nutzen und weiterverbreiten). Ebenfalls Ende der 70er entsteht auch das Usenet, ein textbasierter Kommunikationsraum, der bis heute für wirklich alle möglichen Themen genutzt wird.

1984 wird in Deutschland die erste eMail empfangen, schon drei Jahre davor wurde der Chaos Computer Club (CCC) gegründet. Er setzt sich (als eine der ersten und bis heute eine der größten Organisationen dieser Art) für die Aufklärung von Sicherheitslücken in Computersystemen und Mängeln im Datenschutz ein; außerdem für Informationsfreiheit und das „Menschenrecht auf Kommunikation“. Aktuelle Themen sind z.B. der Vertrauensverlust durch Wahlcomputer, die Gefahren von biometrischen Reisepässen und der Kampf gegen die Totalüberwachung durch die aktuell drohende Vorratsdatenspeicherung. 1988 wird von einem finnischen Studenten der Internet Relay Chat (IRC) entwickelt, dort kann jeder nach Belieben eigene Chaträume eröffnen. Dieser Dienst wird auch von den Ethnologie Studenten genutzt, sie treffen sich immer wieder im IRC-Channel #ethnonerds. Diese Art der Kommunikation, auch Instant Messaging (IM) genannt, ist neben eMail eine direkte und sehr effektive Art der one-to-one Kommunikation.

1990 geht es dann mit dem los, was die meisten heute unter Internet verstehen: Tim BernersLee schreibt ein Programm namens World Wide Web (WWW) und kurz danach stehen alle Informationen dazu frei auf dem ersten Webserver des gerade keimenden Webs. Erst langsam lassen sich die Wissenschaftler und die bisherige „Netzbevölkerung“ vom Konzept des WWW überzeugen, aber spätestens 1995 mit der Veröffentlichung des Browsers Netscape Navigator und der darauf folgenden Entwicklung des Internet Explorers hat das Web seinen endgültigen Durchbruch. Leider hatten diese Programme, die den Zugang zum WWW ermöglichen, entgegen den Vorstellungen von Berners-Lee keine Editoren, mit Hilfe derer man unkompliziert selbst Inhalte bereitstellen konnte, sondern diese Browser waren einseitige, quasi geschlossene Fenster. Seine Vision war die eines Netzes, an dem jeder gleichzeitig, und vor allem ohne besondere Kenntnisse, lesen und schreiben konnte. Um selbst zu schreiben waren aber besondere Kenntnisse erforderlich, deswegen wurde das Web in den ersten Jahren von einem Großteil der Leute mehr oder weniger passiv „konsumiert“.
Zehn Jahre nach der Gründung des CCC entsteht in den USA eine ähnliche Organisation, die Electronic Frontier Foundation (EFF), die allerdings den Schwerpunkt auf den Bürgerrechten des Cyberspace hat. Einer der Mitbegründer, John Perry Barlow schreibt 1996 die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace („A Declaration of Independence of Cyberspace“); eigentlich eine spontane und wütende Reaktion auf den Communications Decency Act (CDA) der USA, der u. a. die Redefreiheit im Internet einschränken wollte. Er macht darauf aufmerksam, dass der Cyberspace als „home of mind“ nicht innerhalb der Grenzen ihrer (den „Governments of the industrial World“) Macht liegt. Diese Erklärung wird im selben Jahr beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorgetragen.
1984 entsteht mit dem Domain Name System (DNS) die erste, quasi politische, Institution des Internets, sie ist dafür zuständig, dass man heute statt http://209.85.165.104/ einfach http://google.de in den Browser eingeben kann. 1994 entsteht das World Wide Web Consortium (W3C), welches sich bis heute um die Techniken und Standards des WWW kümmert. Seit 1998 ist die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) unter anderem auch für diese Domain Namen zuständig. Die ICANN gilt heute auch als „Weltregierung des Internets“ – aktuell ist allerdings die politische Lage in dem Bereich äußerst schwierig – verschiedene Interessengruppen versuchen Lösungen zu finden, glücklicherweise ist dank unterschiedlicher Organisationen auch die Zivilbevölkerung vertreten.

Im Laufe der 90er Jahre wird das Internet, hauptsächlich aber Web und eMail, immer bekannter – nicht nur findige Geschäftsleute und „Börsianer“ sehen darin die große Zukunft. Nach der Jahrhundertwende platzt allerdings die Spekulationsblase an der Börse, in den Jahren danach wird den Innovationen im Netz eher skeptisch entgegengesehen. (Was sich aber ab um 2006 wieder ändern soll, man spricht mancherorten schon von Blase 2.0)
2001 entsteht auch Wikipedia, eine freie Online Enzyklopädie, die heute mit seinen eineinhalb Millionen englischsprachiger und einer halben Million deutschsprachiger Artikel als großer Erfolg gilt. Das Prinzip Wiki, bei dem jeder Besucher Artikel selbst erstellen und bearbeiten kann, wird in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Mit diesem Prinzip, aber auch in dem, was heute als Web2.0 zusammengefasst wird, kommen wir der Vision des Erfinders des Webs – nämlich der einer many-to-many Kommunikation – immer näher. Heute kann jeder mit Basis-Wissen am Computer z. B. mit Hilfe von Wikis und Weblogs binnen Minuten Inhalte veröffentlichen. Ein gutes Beispiel bietet da das ethno::log, ein ethnologisches Weblog: jeder kann sich dort anmelden und ganz einfach Inhalte bereitstellen. Das Web2.0 ist gegenüber dem „alten“ Web viel dynamischer und flexibler. Es gibt übrigens keinen Punkt, den man als Wendepunkt bezeichnen könnte, aber als der Begriff 2004 zum ersten mal offiziell verwendet wird, wird er dankbar angenommen und weiterverwendet, was ein Zeichen dafür ist, dass viele Netzbewohner die Veränderung bemerkt hatten, sie aber bisher nicht greifen konnten.

Das many-to-many Internet der ersten Stunde ist nun mit dem Umweg über ein one-to-many Web der 90er Jahre nun wirklich zu einem many-to-many Internet für jedermann geworden, und damit zu einem Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Nach dem Misstrauen der ersten Stunde steht das Netz heute für Geben und Nehmen, für Vertrauen und Kommunikation.
Mach mit!

weiterführende Literatur:
BERNERS-LEE, TIM. 1999. Der Web-Report. Der Schöpfer des World Wide Webs über das grenzenlose Potential des Internets. München: Econ.
CASTELLS, MANUEL. 2005 [2001]. Die Internet-Galaxie. Internet, Wirtschaft und Gesellschaft. Berlin: Verlag für Sozialwissenschaften.
LEINER, BARRY M. et al. 1993-2003. A Brief History of the Internet, version 3.32. Online erreichbar: http://www.isoc.org/internet/history/brief.shtml
MUSCH, JOCHEN. 1997. Die Geschichte des Netzes: ein historischer Abriß. In: BATINIC, BERNAD. 1997. Internet für Psychologen. Göttingen: Hogrefe. Auch online erreichbar: http://www.uni-duesseldorf.de/home/Fak….html
ZAKON, ROBERT H’OBBES‘. 1998-2005. Hobbes‘ Internet Timeline v8.1. Elektronisches Dokument. Online erreichbar: http://www.zakon.org/robert/internet/timeline

Steter Tropfen höhlt den Stein

Cottbus verabschiedet sich von Wahlcomputern

(Heise, vom 29.1.)

und:

Florida kehrt zur Papierwahl zurück

(Spiegel, vom 2.2.)

…Klassische Wahlzettel sollen es richten – sie lassen sich im Zweifelsfall auch nachzählen…. Der Vorteil: Bei sehr knappen Ergebnissen und bei Zweifeln lassen sich die Stimmen nachzählen – notfalls auch per Hand…. die Initiative [könnte] den Anfang vom Ende der Wahlcomputer bedeuten… [bei der Präsidentenwahl 2000] hatten Wahlhelfer tagelang über umstrittenen Stanzkarten gebrütet, um zu prüfen, ob und für wen darauf eine Stimme abgegeben wurde. Schließlich griff der oberste Gerichtshof der USA ein und entschied, dass Bush die Wahl mit 537 Stimmen gewonnen habe.… Laut „New York Times“ könnte die Initiative aus Florida Signalwirkung für andere Bundesstaaten haben… Der Abgeordnete Rush D. Holt will am Montag einen Gesetzentwurf in den Kongress einbringen, der vorsieht, das Wahlen in den gesamten Vereinigten Staaten auf Papier nachvollziehbar sein müssen.

(kürzungen und hervorhebungen von mir)

Na also, es geht doch!

Danke Tim

Die Katasprophe

zuerst ist die Website down, auf der ich noch die Literatur bekommen sollte, und dann… DANN SIND AUCH NOCH ALLE SIMPONS FOLGEN AUF DAILYMOTION WEG!!!elf!!!

D’OH

Und jetzt? Wer kennt Alternativen zu diesen verlinkten Links hier?
http://www.tv-links.co.uk/The%20Simpsons_links.html

(ja, ich kenne auch http://dailyepisodes.com/ habe zwar noch nicht alle durchgeforstet, aber die verlinken ja meist auch alle zu dailymotion)

und der letzte macht das Licht aus…

na, da mach ich doch mit, is doch klar. Danke, Motorherz, für die Erinnerung, hatte die Rund-Mail auch schon von woanders bekommen:

Heute, Donnerstag von 19:55 bis 20:00 Uhr –> ALLES AUS!

Licht, Computer, Standby-Geräte, Wecker, Telefon, Heizung, Router, einfach alles!

Fünf Minuten, nicht nur um Energie zu sparen, sondern besonders, um die Bevölkerung, die Medien und Politiker auf die tägliche Energieverschwendung aufmerksam zu machen. Ein Akt, der nur 5 Minuten dauert, der nichts kostet, der aber der Regierung zeigt, dass der Klimawandel ein schwerwiegendes Thema der Weltpolitik sein sollte. Warum dieses Datum? Am ersten Februar veröffentlicht die UNO die neuesten Erkenntnisse zum Thema Klimawechsel!

Noch mehr Infos zb beim Motorherz.

Weitererzählen!