Ankommen, II

2013/04/21


Angekommen, wieder einmal. Diesmal richte ich mich fuer ca. eine Woche ein, und tue dies ausgiebig. Ein weiteres mal froh um meine Seile und Haken baue ich mir einen praktischen “Kleiderschrank” und habe auch sonst alles vom Boden weg. Suche und finde hinterm Haus eine alte Matte aus Palmen, und ein Handtuch. Habe also nun einen Fussabtreter vor der Tuer und vor dem Bett.

Inzwischen absolute Mittagshitze, bestelle etwas zu Essen und setze mich in den “natural fan” ganz vorn auf die Terrasse. Hier pfeift einem der warme Wind um die Ohren, was die Hitze etwas ertraeglicher macht. Zu meinen Fuessen ein Hund. Weiss noch nicht ob es mir gefaellt oder nicht, dass sie Hunde hier hoch lassen. Mir faellt ein, dass gestern einer direkt am Eingang verjagt wurde und gehe davon aus, dass es ein besonderes Verhaeltnis zu diesem einen Hund gibt. Jetzt gefaellt es mir.

Meine nicht vorhandene Wohnsituation in Bangalore macht mir etwas Sorgen, insbesondere wo ich mich hier so schoen einrichte… muss morgen unbedingt eine SIM-Karte besorgen. Der Weg ins Dorf ist weit, das reicht mir heute nicht mehr. Diese Webinterfaces wollen alle eine indische Telefonnummer, um mit potentiellen Hosts in Kontakt zu treten. Hatte zwar schon zwei Optionen, aber bisher wars entweder unpassend (zu weit weg und zu teuer) oder sie wollten mich nicht (WG, suchte jmd fuer laenger).

Heute abend plane ich eine ausgiebige Rechner- und dann Internetsitzung. Da kommt dann hoffentlich auch mal der erste Teil hiervon online. Und hoffentlich werde ich bald die Sorge der Unterkunft in Bangalore los.

Unterwegs

2013/04/19

Auch unterwegs fuehle ich mich sicher. Auch das ganze hickhack was man mit seinem Gepaeck tun soll? Im Sleeper Bus habe ich es unten reingepackt, vorher gefragt: “Is it save?”. Klar ist es das, und selbstverstaendlich stand mein Gepaeck vollzaehlig beim Ausstieg bereit. Auch klar: der Bus hat Verspaetung. Ich glaube eh, der vom Hostel, der mir das Ticket besorgte, nachdem ich einsah, dass Zugfahren nicht klappen wird, war von Anfang an nicht ganz ehrlich, was die Dauer angeht. Vielleicht wusste er es einfach nicht. Als ich kurz nach zwoelf in Margao ankam hatte ich ganz schoen Muffensausen, dass der Bus nach Gokarna, der nur einmal an Tag faehrt, bereits weg ist… aber: perfektes Timing, er faehrt um eins!

Der Fahrer faehrt wie die Sau, aber kommt echt schnell durch. Bin diese Art des Verkehrs von Egypten gewohnt, und das hier ist alles harmlos gegen Kairo. Wie angewiesen sitze ich ganz vorne, wegen des Gepaecks. Wenn wir Pause machen lasse ich natuerlich alles hier, no problem. Schaut, da liegt es (links), rechts/mittig sieht man das Bein des Busfahrers:

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Auch der Bus ist alles andere als gerammelt voll… vielleicht grad mal ein Drittel belegt. Und die Aussicht ist toll! Immer wieder saftig gruen, ansonsten trocken und staubig. Zwischendrin immer mal wieder Blick aufs Meer, welches ja ohnehin mein Ziel ist. Habe versucht, für Euch Fotos aus dem Fenster zu schiessen, aber bin kläglich gescheitert.

Angekommen in Gokarna an der Bushaltestelle muss ich feststellen, dass die Autorisksha zum Om Beach fast doppelt so viel kostet wie die 4h Busfahrt. Handel ein wenig runter, und steige ein.

Alles gut

2013/04/17

War in einem Hardwareladen um mir einen Adapter mit Spannungsschwankungssicherung zu kaufen: Mein neu erstandenes, schick kleines USB-Netzteil inklusive ollem Kabel wurden bereits gegrillt. Als ich da rauskam, war es schon dunkel. “OMG nicht als Frau allein draussen im Dunkeln!!1! Du hast doch gehoert was passiert ist!!1!”. Sass ‘ne Weile bei den Securities vor der Tuer, viele Frauen kommen vorbei, allein. Wickel mir mein Tuch um den Kopf, verhuellend und fest, wie ich es in Egypten gelernt habe, und los. Will an die Ecke mit den Restaurants die ich am Tag davor (spaeter) gesehen hatte. Finde sie wieder, Essen gut, auswaehlen lustig, die Leute nett und sehr hilfsbereit. Allgemein sind die Leute alle sehr hilfsbreit, falls man etwas wissen will und falls sie in Lage sind, mit einem zu kommunizieren. Ansonsten lassen sie einen dankbarerweise in Ruhe. Manchmal, nach Augenkontakt, die Frage wo man herkommt und ein kleines Gespraech, zb beim gemeinsamen Warten an der Bushaltestelle, voll ok. Sowieso wird viel gelaechelt, ich mache das ja auch, und geniesse die wunderschoen laechelnden Gesichter als Antwort.

Am Bahnhof, beim ergebnislosen Ticketkauf, hatte ich vor allem Frauen gefragt. Auf der Rueckfahrt war ich auch im Frauenabteil – auf der Hinfahrt in einem normalen, auch kein Problem. War auch nicht die einzige dort, und habe wie ca. ein Viertel der Mitfahrenden auf einem elektronischen Device gelesen, bis ich einen Fensterplatz ergattert habe.

Fuehle mich auch im Dunkeln vollkommen sicher, auch in der kleinen Seitenstrasse, in der das Hostel liegt.

mumbai train

Symbolfoto, das ist Andheri East Station, der Bahnhof an dem ich wohne. Braucht fast eine Stunde bis zum Hauptbahnhof, Mumbai ist riesig!