2800 meter ueber dem meer

… und alles ist gruen. Da sind sogar ne handvoll Häuser. Gasthäuser und kleine Kioske und sowas. Man koennte jetzt noch ein paar Stunden weiterlaufen, dann kaeme man zu einem Gletscher. Aber wir sind eh schon spaet dran. Uebernachtet haben wir auf 2300 metern, aber zurueck wollen wir heute zu unserem temporaeren zuhause auf 1200 meter. Das ist die gleiche Hoehe wie die Uga-Talstation in Damuels. Wo wir die Autos parken und auf die Skier/Snowboards steigen. Hier sind 1200 meter ein ganz normaler Ort, auch im Winter wird es keinen Schnee geben. Die Jungs leben und arbeiten hier, und ich denke darueber nach, das ebenfalls zu tun, fuer eine Weile. Wir haben eh die meiste Zeit gearbeitet hier.

Inzwischen bin ich auf 4000 metern, Kaza, ein Ort im Himalaya, und die 2800 kommen mir laecherlich vor. Nach 12h Busfahrt von Dharamsala bis Manali (2050 meter) und von dort mit einem Jeep weitere 12h bin ich erschoepft. Die Hoehe macht mir zu schaffen. Aber es ist wunderschoen. Hoffe mein Reisepartner und ich schaffen es, einen Podcast zu dieser Reise zu machen. Wir haben es fest vor, sind aber beides Verzetteler mit viel zu viel auf der Liste, und ausserdem doch etwas ueberrascht, wie anstrengend das alles ist. Die Landschaft veraendert sich alle paar Kilometer. Momentan bin ich umgeben von massiven, grau-braunen Bergen deren Spitzen etwas an den Grand Canyon erinnern – und im gesamten erinnert es mich an die Berge der Wueste des Sinai. Davor hatten wir aber schon “normale” Berge mit Baeumen, dann ohne Baeume aber immer noch mit Vegetation. Hier in der Stadt wachsen uebrigens auch Baeume, allerdings offenbar geplanzt, denn drumherum ist nichts dergleichen zu sehen. Spaeter sehe ich mehr Baeume, aber es sieht meist angepflanzt aus. Aber sie wachsen, immerhin!

Wir sind im Spiti Valley, das Tal des Flusses Spiti. Besichtigen ein altes Kloster nach dem anderen, teilweise bereits ueber tausend Jahre alt. Beeindruckend. Daneben Aussicht um Aussicht, aber die Berge bleiben nun gleich seit wir in diesem Tal sind. Spaeter gibts vielleicht mal noch Bilder dazu.

Unser Fahrer ist gut und bemueht, uns eine gute Erfahrung zu machen. Er faehrt gelassen und sicher, nutzt Gaenge statt Bremsen und bugsiert uns mit einer vornehmen Eleganz durch die wildesten Wasser. Und er hat Spass dabei. Das Auto ist sein eigenes, das merkt man auch.

Was sind diese Short Messages?

Nur zur Info, da ich weiss, das viele meine Leser nicht des vollen Gebrauch des Internets mächtig sind:

Die letzten drei Einträge (und sicher auch viele der folgenden) wurden automatisch generiert, weil ich etwas bei http://app.net/sva gepostet habe. Dies ist ein sogenannter “Mikroblogging” Service. Dh, man hat dort nur ne gute handvoll Zeichen (ähnlich einer SMS) zur Verfügung um ein kurzes Statement (Post/Status) abzugeben. Diese wird von vielen anderen Nutzern des gleichen Dienstes gelesen und evtl auch beantwortet/kommentiert. Diese Antworten sind hier nicht zu sehen. Parallel mache ich dasselbe auf http://twitter.com/sva, dort stehe ich derzeit vor allem mit meinen indischen Freunden und Kollegen in Kontakt.

Man sagte mir, es sei etwas ähnliches wie die Statusmeldungen bei Facebook, für jene, die dessen mächtig sind.

Eben habe ich mich etwas erschreckt, besonders hübsch sieht das nicht aus. Vermutlich muss ich doch endlich mal etwas mit dem Design dieses Blogs rumspielen. Vielleicht am Wochenende. Davor kommen aber noch Bilder von der berühmten SP Road in Bangalore. Eine Strasse, die mich an die Suqs in Kairo erinnert, statt Lebensmittel und Klamotten aber nur Hardware bietet: Ein Ort, der das Nerdherz höher schlagen lässt. Wer es nicht erwarten kann (und eh keine Lust auf meine low-quality-uralt-handy-bilder hat) darf gerne mal “SP Road Bangalore” in die Bildersuche der Suchmaschine des geringsten Misstrauens eintippen.

Öfter und kürzer

mal schaun ob ich das hinkriege. Bin jetzt auf jeden Fall von meinem alten Blog inspiriert. Derweil könnt Ihr Euch ja mit der Zeitreise vergnügen, siehe Sidebar.
2006: In Internetzeit – eine halbe Ewigkeit.

Lustige Sachen findet man da, viel Spass!

Arbeitsweg, I

Um Euch ein bisschen die Umgebung zu zeigen, in der ich mich nun befinde, beschreibe ich mal den Weg zur Arbeit, den ich morgens und abends gehe. Ehrlich gesagt nehme ich morgens oft den Bus, der mir etwa 10-15 min Zeit spart – denn meistens bin ich spaet dran…

Ich verlasse das Haus, und bin in einer ruhigen Parallelstrasse zur Inner Ring Road. Ueberall sind Hunde, sie sind in einem deutlich schlechteren Zustand als diejenigen, die ich am Strand kennenlernte. Aber auch hier in der Stadt sind es immer die selben Hunde an den selben Stellen. Als ich einmal sehr spaet nachhause kam, bellten sie mich an. Sie fuehlen sich verantwortlich fuer ihr Territorium.

eine strasse

In diesem Strassenabschnitt gibt es mehrere Baustellen. Bei einer wird an einem Mehrfamilienhaus gebaut, taeglich, auch Sonntags. Die Bauarbeiter leben mit ihren Familien in vermutlich provisorischen Bauten im zukuenftigen Garten, die ganze Familie hilft mit.

eine strasse

eine strasse

Ansonsten gibt es noch ein paar Haeuser, sie sind meistens sehr gepflegt.

ein haus

Hier ein Bild der Kontraste:

eine hübscher vorgarten neben einer hässlichen mauer

Es ist der “Vorgarten” eines gepflegten Hauses, neben einem eingemauerten, verlassenen Grundstueck.

eine vorgarten

Am Ende gelangt man auf eine T-Kreuzung, in der dieses Haus steht:

eine haus

Die Architektur finde ich ganz interessant – vielleicht auch nur, weil ich es die ganze Zeit lang vor Augen habe, wenn ich die Strasse entlanggehe. Mit den Steinen hat es was von einer Burg, nicht?

Nun gehe ich nach rechts, um danach ein ganzes Stueck linksherum auf der Inner Ring Road (IRR) zu laufen. Das Foto zeigt den Blick der IRR nach rechts, man sieht u.a. den Anfang eines grossen “business parks”, der gegenueber meines jetzigen Zuhauses ist.

eine strasse

Hier der Blick nach links, da laufe ich entlang.

eine strasse

Die Bushaltestelle. Morgens bleibe ich meist stehen und nehme einen Bus, der mich auf die andere Seite des sog. “Overfly” bringt. Busse kommen fast im Minutentakt. Die meisten fahren über die Brücke, die wenigsten biegen ab. Das Handzeichen, um das herauszufinden ist glücklicherweise denkbar einfach. Eine Fahrt auf die andere Seite kostet je nachdem, ob der Bus klimatisiert ist oder nicht, und je nachdem ob der Kassierer versteht, dass ich direkt bei der ersten Haltestelle auf der anderen Seite wieder rauswill (oder verstehen will); 5-15 Rs.

eine strasse

Dieser Overfly ist Bruecke ueber eine Kreuzung, das haben sie hier oft an grosses Strassen. In Deutschland haben wir das auch, nur meistens geht die Transitstrasse unter der anderen durch, nicht darueber. Man sieht es nicht so richtig gut auf dem Foto, aber die Strasse hebt sich an.

eine strasse

Wenn ich nicht den Bus nehme, wähle ich meist die erste Strasse, die mich wieder ins Viertel hinein- und von der grossen und lauten Inner Ring Road wegbringt. Meist laufe ich zickzack durchs Viertel, der Abwechslung wegen. Mein Ziel ist eine kleinere Hauptstrasse, die parallel zur Inner Ring Road verlaeuft.

Manche Strassen sind voller kleiner Geschaefte und Handwerker, zb ein-Garagen-Autowerkstaetten und aehnliches. Sie sind rummelig und voller Leben. Ich bevorzuge die ruhigeren, diese hier zum Beispiel:

eine strasse

eine strasse

Diese Strassen sind einerseits schattiger, andererseits muss man nicht immer so 100% mit dem Verkehr interagieren. Da es nur ansatzweise sowas wie Buergersteige gibt, und diese dann meist auch fuer die Auslagen der Geschaefte benutzt werden, laeuft man eigentlich immer auf der Strasse, und ist staendig auf der Hut. Ganz abgesehen vom Verkehr ist auch der Untergrund uneben. Wie gewohnt in Deutschland einfach geradeaus zu gehen, zu tippen und zu lesen, oder gar zu traeumen – das ist hier nicht drin.

eine strasse

Nun komme ich auf die mittlere Hauptstrasse, die 7th Cross. Je nachdem wie viel zickzack ich lief, komme ich spaetestens an der Ecke mit dem Saftladen heraus. Das ist gut, denn wenn immer es meine Zeit zulaesst, nehme ich hier einen Mangosaft fuer 22 Rs., einen Ananassaft fuer 15 Rs. oder probiere einen der anderen Saefte aus. Auf dem Heimweg fast immer.

Da ich mich immer noch schaeme, Fotos zu machen, gibts von der Ecke vom Saftladen keine, da sind zuviele Leute.

Hier aber ein Stück weiter hinten, wo es etwas ruhiger ist:

eine strasse

Auf dieser Strasse gehe ich noch ein Stueck, bis zur naechsten Hauptstrasse. Dies ist die Old Airport Road, die unter dem Overfly der Inner Ring Road hindurchfuehrt.

Mit Ueberqueren der Strasse komme ich auch in das nächste Unterviertels des Viertels. Von Domlur 1st Stage nach Domlur 2nd Stage.

Damit habe ich schon über die Hälfte des Weges geschafft, und lasse Euch auch erst mal verschnaufen.

eine strasse

Nur kurz nen Stempel abholen, haben sie gesagt. Teil II

2013/04/30

Stunden spaeter, sitze hier immer noch fest. Seit 1.5h rueckt der Zaehler an meinem Schalter nicht mehr vorwaerts, trotzdem ist da kontinuierlich Betrieb. Neben mit sitzen, ebenfalls seit Stunden, drei strohblonde Kinder und lesen. Der kleinste meinte eben, das sei ja noch langweiliger als Schule. Sie stammen wohl aus den USA, und ihre strohblonde Mama ist eine derjenigen, die “meinen Schalter” beschaeftigt haelt. Unklar was da vorgeht, aber sie ist nicht die einzige die dort staendig auftaucht, wieder verschwindet, etwas holt, etwas bringt, wartet, an einem anderen Schalter wartet, und immer wieder mal eins der Kinder dazuruft.

(Das ist das FRO)

Bin endlich dran, eins der -zig Dokumente, das ich vorlegen muss, ist falsch adressiert. Macht nichts, sie machen jetzt eh erst mal Mittagspause. In der Zwischenzeit besorge ich das korrekte, Super guys from http://cis-india.org brought it directly to the FRO, thanks! Mir immer noch unklar, was sie machen, aber ich gehoere nun auch zu denen, die rumrennen, von Schalter zu Schalter, eine Unterschrift hier, ein Formular dort, zwischendrin muss ich raus zur Bank, eine ueppige Gebuehr blechen. Habe Glueck, schaffe diesen Punkt noch kurz vor 16 Uhr. Danach haben die Banken zu. Zwischendrin immer wieder “sit down and wait”. Fuehle mich an die Mugamma in Kairo erinnert, habe damals(tm) nur Mails geschrieben – vielleicht suche ich diese mal raus, und poste sie hier. Hier ist alles kleiner, familiaerer. Wir halten zusammen, inzwischen sind viele im Gespraech an “unserem” Schalter. Man sieht die gleichen Leute wieder. Auch die Strohblonde, die ich eigentlich schon happy@home vermutete, kommt wieder. Ebenso der Vater der deutschen Familie, die mir heute morgen auffielen.

Zwischendrin immer wieder den Blickkontakt mit der Assistentin meines Schalters. “Any news?” sagt mein Blick. Sie schuettelt den Kopf. Bin jetzt seit ueber 8h in diesem Haus. Eine Stunde habe ich noch, dann schliessen sie. Nina meinte “das ist total easy, da gehste nur auf irgendeine Polizeistation und kriegst nen Stempel”. Du schuldest mir jetzt zwei Tage Lebenszeit :p

Langsam leert es sich. Ein Maedchen aus Sri Lanka, ein Iraner, ein Nigerianer und ich warten immer noch verzweifelt, druecken uns gegenseitig die Daumen sobald wieder ein Aufruf kommt: Hoffentlich biste gleich durch, das ist bestimmt das letzte Mal! Mitnichten. Die anderen Schalter machen schon Feierabend, es ist nun weit nach sechs Uhr. Unser Schalter macht wohl Ueberstunden. Sowieso ein echt krasser Job, den die da abliefern. Nun gehen schon die ersten Lichter in der Halle aus, besonders der Nigerianer bibbert. Er wartet auf ein Exit Visa, ist nun den zweiten Tag hier, und der Flug geht morgen! Er bekommt sein Kram, und verabschiedet sich gluecklich. Das Maedchen aus Sri Lanka ist schon weg, sie muss als naechstes zur Bank, die erst morgen um 10 wieder aufmacht. Fast alle Lichter sind nun aus, aber unser Schalter bedeutet uns, wir sollen noch warten. Der Iraner muss nochmal raus, Kopien machen. In der Zwischenzeit kriege ich wieder ein neues Papier. Das wars. Das wars? Kein Stempel in den Pass? Nein, that’s it. Im Treppenhaus kommt mir der Iraner entgegen, ich wuensche ihm viel Glueck :)

Nur kurz nen Stempel abholen, haben sie gesagt. Teil I

Sitze seit Stunden im Foreigners Regional Registration Office. Mein Visum registrieren. War auch gestern schon hier. Hier sind ganz schoen viele Leute. Nach ca. 45 Minuten Schlange stehen bekam ich eine Nummer. Ein paar Stunden spaeter wurde ich aufgerufen, durfte hoch. Dachte schon “jippie, gleich bin ich durch!” Aber verdammt: Oben begruesst mich ein weiterer Warteraum. Diesmal kann ich nicht mal raus und rumlaufen oder so. Anhand der derzeit angezeigten Nummer wird das hier naemlich auch wieder ne ganze Weile dauern. Immerhin habe ich inzwischen einen Sitzplatz erwischt.

Bin also inzwischen in Bangalore angekommen. Habe Sa/So nacht in einem weiteren Sleeperbus verbracht, diesmal einer mit unten sitzen, oben liegen, auch nicht schlecht. Und diesmal auch nur ein Bruchteil des Preises wie der von Mumbai. Kam Sonntag 7 Uhr in der frueh an und verpeilte erst mal dort, wo der Bus mich rausliess. Wollte nicht am Sonntag zu solch frueher Zeit bei meinen Gastgebern auftauchen. “Gastgeber” ist nur auf dem Papier korrekt, eigentlich ist es etwas, dass wir in Deutschland wohl als “Pension” bezeichnen wuerden. Aber ich bin nun ein PG, ein “Paying Guest” in diesem Haus. Komisches System, aber sehr verbreitet. Um ein echtes WG-Zimmer zu kriegen bin ich zu kurz hier, und ne eigene Wohnung geht gar nicht, da die meist zehn(!) Monatsmieten Kaution wollen und oftmals nur die Haelfte davon wieder rausruecken.

Habe von Gokarna aus viele viele Anbieter angeschrieben und angerufen. Auf ersteres antwortet keiner (wirklich: kein einziger!), bei letzterem koennen sie entweder kein Englisch, oder es ist trotzdem unmoeglich, eine Konversation zu fuehren. Trotzdem bekam ich oft die Info: No single room available. Endlich fand ich einen. Er versprach in der Anzeige “bungalows with spacious bedrooms”. Zwar teuer, aber immerhin: Man kann mit ihm sprechen, er hat ein Einzelzimmer frei, ab sofort, und die Lage ist okay, nicht weit weg meiner zukuenftigen Arbeit. Verpricht warmes Wasser und Waschmaschine und klingt auch sonst recht ordentlich. Also buche ich bis Mitte Mai, um endlich die Sorge loszusein, und endlich das Busticket zu kaufen. Kostet dort pro Tag uebrigens fast zweieinhalbmal soviel wie meine Huette am Strand. Aber ich glaube, solche Vergleiche sollte ich besser gar nicht erst anstellen.

Nunja, an besagtem Sonntag mache ich mich dann so um 10 Uhr auf den Weg. Suche einen Rikshafahrer der einen angemessenen Preis will (auf 2/3 dessen, was der erste wollte, lasse ich mich dann ein) und fahre los. Schoen einmal durch die Innenstadt auf die andere Seite. War dann eine Herausforderung, das exakte Haus zu finden, aber wir haben es geschafft. Diese Herausforderung wird mich die Tage stets begleiten.

Ringsrum sind “Balkone”, vollvergittert. Blick auf die Inner Ring Road, eine wichtige Hauptverkehrsstrasse. Naja, ist auch von Vorteil, nicht durch kleine Gassen nachhaus gehen zu muessen. Von “Bungalows” keine Spur. Zimmer wird noch geputzt. Sitze draussen. Am Boden. Stuehle sind eine Raritaet in diesem Haus, werde ich noch merken.

Wifi, ich klicke, rauche, warte. Bin eh einfach nur fertig, viel geschlafen habe ich in diesem Bus nicht.

Endlich, ich kann rein. Eine weitere Enttaeuschung: Ja, ich habe zwar ein eigenes Zimmer, aber um dies zu erreichen durchquere ich ein Zimmer, das mit drei Betten bestueckt ist (und ansonsten nicht viel Platz bietet). Auch das Zimmer… es war wohl mal eine Kueche, und ist auch genauso “gross”. Inzwischen weiss ich, was die Qualitaeten des Zimmers sind: Eigenes Spuelbecken und fliessend Wasser, viel Kuechenarbeitsflaeche, bedeutet fuer: grosser Schreibtisch; Regale an der Wand: viel Ablage. Den Schrank benutze ich kaum, denn die Kuechensachen sind alle aus Stein, schoen sauber. Und ein Stuhl!

Erwartet hatte ich ein grosses Zimmer mit Bett, einem Schrank, vielleicht einem Tisch. Das ganze hatte ich mir in einem Hinterhof-Bungalow ertraeumt, vielleicht sogar mit Garten. Und die anderen Zimmer werden von weiteren Einzelpersonen belegt. Naja. Es scheint kein weiteres Ein-Personen-Zimmer im Haus zu geben.

Die beschriebenen Vorteile sehe ich aber erst ca. 12h spaeter. Zunaechst bin ich sehr enttaeuscht. Da habe ich doch extra “vorsichtshalber” das teuerste genommen, um eben erst mal ordentlich unterzukommen, kein Stress zu haben. Nunja. Erst mal Waesche waschen, damit ich ueberhaupt Bettzeug habe heute abend. Die Waschmaschine ist ein “Semi-Waschautomat”: Eine Seite ist eine Art Wanne mit einem sich drehenden Teil am Boden, die zweite eine Schleuder. Kostet also auch ganz schoen viel Zeit, hier Waesche zu waschen. Spuelen etc muss man ja alles selbst. Aber besser als ganz ohne.

Nachmittags mache ich mich auf den Weg, um andere PG-Haueser zu besichtigen. Ich finde keines derer, die ich mir herausgesucht hatte. Dafuer aber ein anderes. Dort waere ein Einzelzimmer noch teurer, es gibt gar keine Dusche und das Zimmer ist auch klein und hat nichts ausser Bett und Schrank. Immerhin ein Doppelbett, dh man hat mehr Ablage. Und es ist ganz oben. Aus dem Treppenhaus hat man eine tolle Aussicht. Trotzdem: dann bleibe ich lieber in meiner Kueche.

Nun, inzwischen ist Dienstag, und ich tue immer noch dasselbe. Habe eine Option ab Mitte Mai, auch klein, auch nur Bett+Schrank, dafuer im obersten Stock mit umlaufendem Balkon, Bad wird nur mit einer anderen Person geteilt und es gibt eine Waschmaschine die sich Vollautomat nennt. Ausserdem ist es in der Naehe einer der raren Metrostationen. Die Metro werde ich vielleicht heute mal ausprobieren, sollte ich jemals hier herauskommen. Und guenstiger. Habe mit denjenigen, mit denen ich es besichtigen konnte kaum kommunizieren koennen, und bin unsicher, ob das nun “reserviert” ist oder nicht. Ausserdem ist unklar, ob es dann wirklich genau dieses Zimmer wird, da sie mir eigentlich etwas im ersten Stock zeigen wollten, da aber keinen Schluessel hatten.

Dogs feel well

And I am well, too. It is some days later, I walked all the way to town, two beaches and two hills long, got the SIM for my mobile, even got some 2G-Internet down here, and I just yesterday evening got confirmation on a place as a PG (Paying Guest) in Bangalore – and booked a bus for Saturday.

Actually the parents wanted to play with the puppy, but they ended up playing with each other… … and left the puppy…
 
 

 
… and left all together.
 
They belong here. Had them around for all these days here.
 
I even saw Kloeppstoeck all around here, one of the dogs from my family. Not easy if you used to have such usual mixed-up-dogs that lookes like all the ones living outside:

Ankommen, II

2013/04/21


Angekommen, wieder einmal. Diesmal richte ich mich fuer ca. eine Woche ein, und tue dies ausgiebig. Ein weiteres mal froh um meine Seile und Haken baue ich mir einen praktischen “Kleiderschrank” und habe auch sonst alles vom Boden weg. Suche und finde hinterm Haus eine alte Matte aus Palmen, und ein Handtuch. Habe also nun einen Fussabtreter vor der Tuer und vor dem Bett.

Inzwischen absolute Mittagshitze, bestelle etwas zu Essen und setze mich in den “natural fan” ganz vorn auf die Terrasse. Hier pfeift einem der warme Wind um die Ohren, was die Hitze etwas ertraeglicher macht. Zu meinen Fuessen ein Hund. Weiss noch nicht ob es mir gefaellt oder nicht, dass sie Hunde hier hoch lassen. Mir faellt ein, dass gestern einer direkt am Eingang verjagt wurde und gehe davon aus, dass es ein besonderes Verhaeltnis zu diesem einen Hund gibt. Jetzt gefaellt es mir.

Meine nicht vorhandene Wohnsituation in Bangalore macht mir etwas Sorgen, insbesondere wo ich mich hier so schoen einrichte… muss morgen unbedingt eine SIM-Karte besorgen. Der Weg ins Dorf ist weit, das reicht mir heute nicht mehr. Diese Webinterfaces wollen alle eine indische Telefonnummer, um mit potentiellen Hosts in Kontakt zu treten. Hatte zwar schon zwei Optionen, aber bisher wars entweder unpassend (zu weit weg und zu teuer) oder sie wollten mich nicht (WG, suchte jmd fuer laenger).

Heute abend plane ich eine ausgiebige Rechner- und dann Internetsitzung. Da kommt dann hoffentlich auch mal der erste Teil hiervon online. Und hoffentlich werde ich bald die Sorge der Unterkunft in Bangalore los.

Ankommen, I

2013/04/19 + 2013/04/20

Angekommen, erst mal:



Die erste Unterkunft am Platze, und die einzige deren Telefonnummer ich zur Vorreservierung habhaft werden konnte, kostet 900INR! (700INR == 10EUR). Egal, muss ich nun wohl durch, habe ich mich bereits nach Buchung und mehreren ergebnislosen Versuchen andere zu erreichen, damit abgefunden. Dafuer ist die Huette wunderschoen, aus Stein und mit Ziegeldach, sehr sauber, hat Moebel, eine Terrasse, ein eigenes Bad und: heisses Wasser! Zwar nur zweimal am Tag fuer jeweils zwei Stunden, und auch nur aus einem Hahn und nicht aus dem Duschkopf aber egal! (In Mumbai habe ich beim ersten mal Duschen gedacht: “Du willst dort gar kein warmes Wasser, haben sie gesagt”. Ja, das hatten sie, alle Indienerfahreren mit denen ich sprach).

Schnell umziehen und mit den letzten Sonnenstrahlen ins Meer, Reiseklebrigkeit loswerden, duschen, wirklich sauber fuehlen, und dann solange Waesche waschen, bis das heisse Wasser wieder weg ist. Am naechsten Morgen direkt weiter. Trotz des hohen Preises habe ich fuer zwei Naechte gebucht. Bis ich damit durch bin, ist mittag – verpeile in der Huette, viel zu heiss.

Endlich aufgerafft, muss ja eine neue Unterkunft suchen. Hier gibts noch ne handvoll mehr, und die kosten hoffentlich weniger. Innerlich habe ich mich schon seit der telefonischen Buchung mit dem Gedanken angefreundet, bereits frueher nach Bangalore weiterzureisen, falls das nun alles so teuer (geworden) ist, hier in Gokarna, am Om-Beach. Das erste hat keine Zimmer (mehr?), die Leute sind sehr unfreundlich. Das zweite ist geschlossen. Beim dritten empfaengt mich eine nette Lady, aber sonst laedt mich nichts so recht ein. Immerhin, Zimmer mit eigenem Bad kostet 300 INR, ohne Bad 200 INR. Es ist zwar einigermassen sauber, aber insgesamt sehr lieblos. Wie ich mir eh vorgenommen hatte, sage ich ihr, ich checke nun noch alle anderen und komme auf dem Rueckweg ggf. wieder um zu buchen. Noch eins, etwas teurer aber gepflegter. Das naechste ist das Nirvana Cafe, eingetragen in google maps und neben Namaste, in dem ich momentan wohne, auch im aktuellen Lonely Planet eingetragen, den ich in Mumbai in der Hand hielt. Leider kam ich telefonisch nicht durch, weswegen ich dort nicht buchen konnte. Man sieht sofort: This is teh place for da travell0rz. Die chillen zahlreich auf der Terrasse. 350 INR fuer ein Zimmer ohne Bad, alles sehr sauber und offenbar neu gebaut oder frisch renoviert. Okay, ich komme ggf. auf dem Rueckweg wieder. Direkt daneben ein Tor zur Djungle Lodge, es geht weit nach hinten in den Busch, viele Bananenbaeume, einige Hunde auf dem Weg. Zimmer fuer 250, alles recht einfach, Leute freundlich, lauter Hundewelpen. Aber man hoert hier kein Meeresrauschen mehr. Ich würde dann wieder kommen, und: Ob sie Bananen verkaufen?

Rasta Cafe als naechstes. Was fuer ein Name… natuerlich dezent in rot-gelb-gruen gehalten. Obwohl nicht dransteht, dass sie Zimmer haben, gehe ich hoch und frage. Klar ham sie Zimmer! Der Mann klopft gleich auf den Sitz neben sich, auch die Lady laechelt sehr herzlich. Auf Anhieb fuehle ich mich wohl, setze mich – und bestelle Sandwich und Milchshake. Habe noch nichts gegessen heute. Auch alles sehr einfach hier, aber voller Charme. Ohne zu wissen was es kostet, entscheide ich mich schon fast, hierzubleiben. Waehrend des Essens informiert mich der Mann, der wieder neben mir sitzt, dass ein Zimmer 150 INR kostet, ohne Badezimmer. Klingt so, als haetten sie auch keine anderen, und klingt gut. Aber erst mal fertig essen. Zimmer zeigen lassen. Wie alle anderen, ohne Moebel, mit gemauertem Bett, Steckdose und Ventilator. Sauber, auch die Duschen und Toiletten. Trotzdem: Ich gehe mal weiter und komme dann wieder. Tue letzteres, denn dies ist das letzte gewesen.

Sitze jetzt direkt davor im Sand; geschwommen, von den Wellen durchgeschuettelt, gluecklich und zufrieden. Waehrend ich hier sitze, laeuft Morcheeba an, die Platte die wir frueher hatten, Krischie. Kannste mir mal den Titel sagen? Will die wieder haben.

Alles passt perfekt, will gar nicht zurueck zum Namaste.

Erst nach Sonnenuntergang mache ich mich auf den Weg. Wasche nochmal mit dem heissem Wasser, auch Haare. Frage an der Rezeption ob ich etwas Gepaeck hier lassen kann. Juhu, geht klar. Denn morgen muss ich mit all den Sachen ne Viertelstunde am Strand entlang.


(Symbolbild, das ist der Teil des Strandes am Rasta Cafe und meine primäre Aussicht die nächsten Tage. Natürlich liegen da auch mal ganz ordinär Touristen am Strand, und nicht nur die Klischee-Frau mit Wasser auf dem Kopf und die obligatorischen Kühe).

Unterwegs

2013/04/19

Auch unterwegs fuehle ich mich sicher. Auch das ganze hickhack was man mit seinem Gepaeck tun soll? Im Sleeper Bus habe ich es unten reingepackt, vorher gefragt: “Is it save?”. Klar ist es das, und selbstverstaendlich stand mein Gepaeck vollzaehlig beim Ausstieg bereit. Auch klar: der Bus hat Verspaetung. Ich glaube eh, der vom Hostel, der mir das Ticket besorgte, nachdem ich einsah, dass Zugfahren nicht klappen wird, war von Anfang an nicht ganz ehrlich, was die Dauer angeht. Vielleicht wusste er es einfach nicht. Als ich kurz nach zwoelf in Margao ankam hatte ich ganz schoen Muffensausen, dass der Bus nach Gokarna, der nur einmal an Tag faehrt, bereits weg ist… aber: perfektes Timing, er faehrt um eins!

Der Fahrer faehrt wie die Sau, aber kommt echt schnell durch. Bin diese Art des Verkehrs von Egypten gewohnt, und das hier ist alles harmlos gegen Kairo. Wie angewiesen sitze ich ganz vorne, wegen des Gepaecks. Wenn wir Pause machen lasse ich natuerlich alles hier, no problem. Schaut, da liegt es (links), rechts/mittig sieht man das Bein des Busfahrers:

null

Auch der Bus ist alles andere als gerammelt voll… vielleicht grad mal ein Drittel belegt. Und die Aussicht ist toll! Immer wieder saftig gruen, ansonsten trocken und staubig. Zwischendrin immer mal wieder Blick aufs Meer, welches ja ohnehin mein Ziel ist. Habe versucht, für Euch Fotos aus dem Fenster zu schiessen, aber bin kläglich gescheitert.

Angekommen in Gokarna an der Bushaltestelle muss ich feststellen, dass die Autorisksha zum Om Beach fast doppelt so viel kostet wie die 4h Busfahrt. Handel ein wenig runter, und steige ein.